Wärmepumpe

Wärmepumpe im Altbau: Geht das in Köln mit alten Heizkörpern?

VOLTMACHER GmbH ·

Sie haben ein Haus aus den Sechzigern oder eine Gründerzeitwohnung im Eigentum, die Heizkörper sind klein oder aus Guss, und jemand hat Ihnen gesagt, eine Wärmepumpe brauche eine Fußbodenheizung. Das stimmt so nicht.

Die kurze Antwort: In vielen Altbauten funktioniert eine Wärmepumpe mit den vorhandenen Heizkörpern, wenn die nötige Vorlauftemperatur niedrig genug ist. Ob das bei Ihrem Haus zutrifft, lässt sich in einem Tag testen und danach rechnen. Das Baujahr entscheidet es nicht.

Warum zählt die Vorlauftemperatur und nicht das Baujahr?

Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur, mit der das Heizwasser in die Heizkörper geht. Eine Wärmepumpe arbeitet umso effizienter, je kleiner der Unterschied zwischen Außenluft und Heizwasser ist. Jedes Grad weniger spart Strom.

Das Fraunhofer ISE hat in rund 20 Jahren etwa 300 Wärmepumpenanlagen im Feld untersucht, darunter unsanierte Altbauten. Luft-Wasser-Anlagen erreichten im Schnitt eine Jahresarbeitszahl von 3,4, Erdreich-Anlagen 4,3. Einzelne Anlagen lagen zwischen 2,6 und 5,4. Die Jahresarbeitszahl gibt an, wie viele Kilowattstunden Wärme Sie pro Kilowattstunde Strom über das Jahr bekommen. Einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Baujahr und Effizienz fanden die Forschenden nicht. Wichtiger waren Vorlauftemperatur, Größe der Heizflächen, Planung und hydraulischer Abgleich.

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz beziffert den Effekt in ihrer Auswertung von 160 Angeboten (veröffentlicht am 25.06.2025): Eine um 1 Kelvin niedrigere Vorlauftemperatur erhöht die Effizienz um rund 3 bis 4 Prozent. Zehn Grad weniger sind also kein Detail, sondern ein Drittel mehr Wärme aus derselben Strommenge, grob gerechnet.

Es gibt aber auch die unbequeme Seite. In einem sehr kalten Februar mit einer mittleren Außentemperatur von minus 3,6 °C lag die mittlere Effizienz der untersuchten Altbauten bei etwa 2,3. Ein Altbau mit schlecht ausgelegtem System wird teuer im Betrieb. Eine Wärmepumpe ist dort keine Garantie, sondern eine Planungsaufgabe.

Wie finde ich heraus, ob meine Heizkörper reichen?

Drei Schritte, in dieser Reihenfolge.

1. Der 55-Grad-Test. Stellen Sie an einem kalten Wintertag die Vorlauftemperatur Ihrer jetzigen Heizung auf 55 °C und beobachten Sie mindestens einen vollen Tag. Bleiben alle Räume warm genug, spricht das dafür, dass die Wärmepumpe ohne große Eingriffe in die Heizflächen auskommt. Bleibt ein Raum kalt, wissen Sie schon, wo nachgebessert werden muss. Der Test ersetzt keine Berechnung, er gibt Ihnen eine erste Richtung.

2. Die raumweise Heizlastberechnung. Sie rechnet für jeden Raum aus, wie viel Wärme er an kalten Tagen verliert und was der vorhandene Heizkörper leisten kann. Erst daraus ergibt sich, welche Vorlauftemperatur das Haus wirklich braucht und welche Geräteleistung passt. Bei uns steht sie am Anfang des Projekts, zusammen mit einer digitalen Vermessung.

3. Der Blick auf den Energiebedarf. Als Faustregel nennt Marek Miara vom Fraunhofer ISE, dass der Heizwärmebedarf nicht dauerhaft über etwa 150 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr liegen sollte. Darüber ist oft zuerst eine Dämmung der einfachste Weg, bevor die Wärmepumpe ihre Stärke ausspielt. Den Wert finden Sie im Energieausweis oder rechnen ihn aus dem Gasverbrauch der letzten Jahre zurück.

Wann braucht es höhere Vorlauftemperaturen, und was bringt ein Gerät mit 85 Grad?

Standardgeräte liefern 55 bis 60 °C. Hochtemperaturgeräte kommen nach Angaben des Fachportals ingenieur.de auf 65 bis 70 °C. Die Haier-Wärmepumpen, die wir einbauen, erreichen laut Herstellerangabe bis zu 85 °C Vorlauftemperatur und einen COP von bis zu 5,37. Der COP ist der Wirkungsgrad im Moment der Messung unter definierten Prüfbedingungen, nicht der Wert eines kalten Februartags in Köln. Beide Zahlen stammen vom Hersteller und gelten für die Geräteklasse, nicht für Ihr Haus.

Wann ist das sinnvoll? Wenn Heizkörper nicht getauscht werden können, etwa aus Denkmalschutz, wegen der Optik oder weil der Tausch in einer Eigentümergemeinschaft nicht durchsetzbar ist. Dann ist die Temperaturreserve die Versicherung gegen einen kalten Raum.

Der Preis dafür ist Effizienz. Je höher das Heizwasser, desto größer der Temperaturhub, desto mehr Strom braucht die Anlage. Wir verkaufen die 85 Grad deshalb nicht als Normalbetrieb. Das Ziel ist, mit so wenig Vorlauftemperatur wie möglich zu heizen und die hohe Stufe nur für die wenigen sehr kalten Tage vorzuhalten.

Welche Maßnahmen senken die nötige Vorlauftemperatur?

Nicht jede Maßnahme ist teuer. Die Reihenfolge nach Aufwand:

Maßnahme Wirkung Aufwand
Hydraulischer Abgleich Jeder Heizkörper bekommt die Wassermenge, die er braucht. Kalte Randräume werden warm, ohne dass die Temperatur steigt. gering, Voraussetzung der Förderung
Heizkurve und Pumpe einstellen Die Anlage fährt nur so heiß wie nötig. gering
Einzelne Heizkörper tauschen Größere Heizfläche im kältesten Raum senkt die Temperatur fürs ganze Haus. mittel
Gebläsekonvektoren statt Heizkörper Mehr Wärmeübergabe bei gleicher Temperatur. mittel
Dämmung von Fenstern oder oberster Geschossdecke Weniger Wärmeverlust, damit weniger Heizlast. mittel bis hoch

Ein Beispiel aus den Feldtests des Fraunhofer ISE: Ein 84 Jahre altes Haus mit rund 210 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr erreichte mit Luft-Wasser-Wärmepumpe eine Jahresarbeitszahl von 3,0, nachdem alte Heizkörper durch Gebläsekonvektoren ersetzt worden waren. Der Heizstab lief in weniger als einem Prozent der Zeit. Ein zweites Haus, 48 Jahre alt mit etwa 100 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr, kam mit Erdreich-Wärmepumpe und den vorhandenen Plattenheizkörpern auf 3,7 bei etwa 45 °C Vorlauf. Zwei Häuser, zwei Wege, beide ohne Komplettsanierung.

Der hydraulische Abgleich steht ganz oben, weil er wenig kostet und doppelt wirkt: Er verbessert die Effizienz und ist laut Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz Voraussetzung für die Zuschüsse der Bundesförderung. Die Auswertung von 160 Angeboten fand ihn bei rund einem Fünftel der Angebote nicht aufgeführt. Ein Heizkörpertausch fehlte sogar in fast 90 Prozent, obwohl er die Effizienz stark beeinflussen kann. Prüfen Sie jedes Angebot genau darauf.

Was bedeutet das für Köln?

Köln hat seine erste Kommunale Wärmeplanung am 12. Mai 2026 im Rat beschlossen. Nach Angaben der Stadt heizen rund 85 Prozent der Gebäude mit fossilen Energien, vor allem mit Erdgas, und mehr als die Hälfte dieser Anlagen ist älter als 20 Jahre. Die Stadt erwartet, dass in den nächsten zehn Jahren viele Eigentümer ihre Heizung tauschen müssen.

Für Ihre Entscheidung ist ein Punkt wichtig: Dicht bebaute Gebiete wie die Innenstadt eignen sich langfristig eher für Fern- oder Nahwärmenetze, andere Gebiete eher für Wärmepumpen. Die Zuordnung je Quartier steht als Karte im Bericht der Stadt. Schauen Sie dort nach, bevor Sie investieren. Liegt Ihr Haus in einem Gebiet, in dem ein Fernwärmeanschluss realistisch ist, lohnt sich ein Vergleich der beiden Wege.

Unabhängige und kostenlose Beratung bietet das Kölner Energiemobil der Verbraucherzentrale NRW für Eigentümer, Eigentümergemeinschaften und Mieter.

Wann lohnt sich die Wärmepumpe im Altbau zunächst nicht?

Zwei Fälle, in denen wir zum Abwarten oder zu einem Zwischenschritt raten.

Der Heizwärmebedarf liegt dauerhaft deutlich über dem Richtwert von etwa 150 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr, und das Gebäude ist weder gedämmt noch in Teilen sanierbar. Dann frisst die Wärmepumpe in kalten Wochen Strom. Eine Dämmung der obersten Geschossdecke und neue Fenster verändern die Rechnung oft stärker als jedes Gerät.

Oder das Haus ist so groß und die Heizflächen so klein, dass selbst mit Tausch einzelner Räume die Vorlauftemperatur hoch bleibt. Dann ist ein Gerät mit Temperaturreserve die ehrlichere Wahl, und Sie sollten die Stromkosten vor der Entscheidung einmal mit der höheren Temperatur durchrechnen.

Häufige Fragen

Funktioniert eine Wärmepumpe im Altbau ohne Fußbodenheizung?

Ja, in vielen Fällen. Entscheidend ist nicht die Fußbodenheizung, sondern die Vorlauftemperatur, die Ihr Haus an kalten Tagen braucht. Messungen des Fraunhofer ISE an rund 300 Anlagen fanden keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen Baujahr und Effizienz. Ob Ihre Heizkörper reichen, zeigt der 55-Grad-Test und danach die raumweise Heizlastberechnung.

Muss ich für eine Wärmepumpe alle Heizkörper tauschen?

Nein, meistens nicht alle. Häufig reichen der Tausch einzelner Heizkörper in kalten Räumen, ein hydraulischer Abgleich und eine angepasste Heizkurve. Ein Tausch einzelner Räume kann die nötige Vorlauftemperatur für das ganze Haus senken. Welche Räume das sind, ergibt die Heizlastberechnung.

Wie heiß wird das Heizwasser bei einer Hochtemperatur-Wärmepumpe?

Standardgeräte liefern 55 bis 60 °C, Hochtemperaturgeräte nach Angaben des Fachportals ingenieur.de 65 bis 70 °C. Die von uns verbauten Haier-Geräte erreichen laut Herstellerangabe bis zu 85 °C. Je höher die Vorlauftemperatur, desto geringer die Effizienz. Die hohe Temperatur ist deshalb eine Reserve für Sonderfälle, nicht der Normalbetrieb.

Wie lange dauert der Einbau einer Wärmepumpe im Altbau?

Die Installation selbst dauert in der Regel 2 bis 4 Werktage. Von der Beauftragung bis zur Inbetriebnahme rechnen wir mit 6 bis 12 Wochen, je nach Lieferzeit des Geräts und Förderentscheid. Vorher liegen Vermessung, Heizlastberechnung und Anpassung des Heizsystems.

Brauche ich vor dem Angebot eine Heizlastberechnung?

Ja. Ohne raumweise Heizlastberechnung lässt sich weder die Geräteleistung noch die nötige Vorlauftemperatur seriös bestimmen. Ein Festpreis ohne diese Berechnung ist ein Warnsignal. Die Berechnung ist außerdem die Grundlage für den hydraulischen Abgleich, den die Förderung verlangt.

Der nächste Schritt

Machen Sie den 55-Grad-Test an einem kalten Tag und notieren Sie, welche Räume kalt bleiben. Mit dieser Liste, dem Energieausweis und dem Gasverbrauch der letzten drei Jahre können wir die Heizlast für Ihr Haus rechnen und sagen, ob Standardgerät, Hochtemperaturgerät oder zuerst ein Zwischenschritt sinnvoll ist. Alle Leistungen rund um die Wärmepumpe finden Sie auf der Seite Wärmepumpen in Köln. Stellen Sie Ihre Anfrage über das Kontaktformular oder lesen Sie vorab die häufigen Fragen zu Wärmepumpe, PV und Förderung.